Lange bevor ein Kind selbst lesen kann, prägt das Zuhören von Geschichten bereits die Entwicklung seines Gehirns. Jedes Mal, wenn ein Elternteil vorliest, verknüpft der Geist des Kindes Klänge mit Bedeutungen und baut den Wortschatz sowie die Zuhörfähigkeiten auf, die das spätere Lesen (und Lernen im Allgemeinen) erleichtern.
Es bildet die Sprachpfade des Gehirns
Die wiederholte Exposition gegenüber gesprochener und geschriebener Sprache in der frühen Kindheit stärkt die neuronalen Verbindungen, die für Wortschatz, Verständnis und sprachlichen Ausdruck verantwortlich sind. Kindern, denen regelmäßig vorgelesen wird, treten in der Regel mit einem deutlich größeren Wortschatz in die Schule ein als solche, denen nicht vorgelesen wird.
Es trainiert Konzentration und Geduld
Einer Geschichte von Anfang bis Ende zu folgen – selbst einem kurzen Bilderbuch – verlangt von einem kleinen Kind, still zu sitzen, aufmerksam zu sein und eine Abfolge von Ereignissen im Gedächtnis zu behalten. Das ist eine frühe Form der Konzentrationsfähigkeit, die es für die Schule brauchen wird.
Es fördert Empathie
Geschichten versetzen Kinder in die Erfahrungen anderer. Das Kennenlernen von Figuren, die Angst, Mut, Neugier oder Freundlichkeit empfinden, bietet Kindern eine sichere Möglichkeit, das Erkennen und Benennen von Emotionen zu üben – sowohl die eigenen als auch die anderer.
Kleine Gewohnheiten, große Ergebnisse
Nichts davon erfordert stundenlanges Lesen. Ein paar Minuten vor dem Schlafengehen, mit Wärme und Neugier erzählt, genügen, um diese Fähigkeiten aufzubauen. Was am wichtigsten ist, ist nicht die Länge der Geschichte – es ist die Beständigkeit der Gewohnheit.